Avengers - Endgame

  • Avengers: Endgame

    (2019)

    Handlung

    Thanos (Josh Brolin) hat also tatsächlich Wort gehalten, seinen Plan in die Tat umgesetzt und die Hälfte allen Lebens im Universum ausgelöscht. Die Avengers? Machtlos. Iron Man (Robert Downey Jr.) und Nebula (Karen Gillan) sitzen auf dem Planeten Titan fest, während auf der Erde absolutes Chaos herrscht. Doch dann finden Captain America (Chris Evans) und die anderen überlebenden Helden auf der Erde heraus, dass Nick Fury (Samuel L. Jackson) vor den verheerenden Ereignissen gerade noch ein Notsignal… Weiterlesen

    Genres

    • Action
    • Science Fiction
    • Abenteuer
    Trailer

  • heise schreibt, mit klitzekleinen Spoilern



    Avengers Endgame: Zurück in die Zukunft



    Nachdem Thanos das Marvel-Universum entvölkert und die Avengers dezimiert hat, ist "Endgame" der vorläufige Höhepunkt der Filmreihe. (Kleine Spoilerchen)


    Volker Briegleb

    Avengers Endgame: Zurück in die Zukunft


    "Guten Morgen!". Mit einem Lächeln auf den Lippen dreht sich der fremde Mann in der Dusche um. Es ist Bobby. War das vergangene Dreivierteljahr mit seinen 31 Folgen nur ein fieberhafter Traum? Millionen Fernsehzuschauer stellten sich im Mai 1986 diese Frage, als im Finale der achten (nach neuer Zählweise: neunten) Staffel der Familien-Saga "Dallas" der totgeglaubte Bobby Ewing in dieser Duschszene wiederauftauchte.

    Peppers wilde Träume

    "Dallas" hatte ein Problem: Patrick Duffy wollte aus der Serie aussteigen, weshalb sein Bobby 1985 den Serientod starb. Ein Jahr später konnten die Produzenten Duffy zurückholen – und lösten ihr kleines Problem mit einem Verweis auf Pamela Ewings sehr lebhaftes (und offenbar auch serielles) Traumleben. Eine Staffel nur geträumt.

    Das Problem der Avengers ist ungleich größer: Endgegner Thanos hat in "Infinity War" gleich das halbe Universum ausgelöscht, samt zahlreicher Superhelden. Das lässt sich kaum mit einem wilden Traum von Pepper Potts erklären. Die Reihen stark gelichtet, machen sich die Superhelden also auf zur letzten großen Korrektur. Endgame.

    Bildschirmfoto_2019-04-24_um_08.49.13-327de36135df1458.jpg

    (Quelle: Marvel Deutschland)

    Dass diese Korrektur kommt, darf als vorausgesetzt gelten und kommt daher ohne Spoiler-Warnung aus. Immerhin ist das dritte Abenteuer der "Guardians of the Galaxy" schon angekündigt – alleine mit Rocket dürfte das zwar lustig, aber auch ein bisschen eintönig werden. Es bleibt nur die Frage, wie die Avengers es schaffen, Thanos wahnsinnigen Massenmord rückgängig zu machen. Und ob das ohne Opfer geht.

    Thanos' Arsch

    Nur so viel sei verraten: Die meisten der dazu im Netz zahlreich entwickelten und diskutierten Theorien lagen daneben – das gilt insbesondere für jene, in der Ant-Man und Thanos' Arsch eine Rolle spielen. Es ist aber keine Überraschung (und falls doch, dann kommt jetzt ein kleines Spoilerchen), dass die fünf Infinity-Steine, die Thanos erst in die Lage versetzt haben, seinen irren Plan durchzuziehen, auch den Avengers bei der Lösung ihres Problems helfen.

    Ansonsten wäre da noch – und wer sich das nicht schon selbst zusammengereimt hat, weil es offensichtlich ist, der sollte jetzt kurz was anderes machen, denn das Folgende ist schon ein bisschen größeres Spoilerchen – eine weitere Möglichkeit: Zeitreise. Tony Stark, das alte Genie, hat trotz eines neu entdeckten Familiensinns den Forschungsdrang nicht verloren und mal ein bisschen nachgedacht.

    Die Zeitreise ist ein klassischer Topos der Science Fiction. Zahlreiche Werke – wie H.G. Wells' Klassiker "Die Zeitmaschine" und Filme wie "The Terminator" oder "Zurück in Zukunft" – bilden mehr als einen literarischen Kanon: sie schreiben auch den Stand der Forschung fort, auf der Zeitreisen beruhen. Auch den Avengers ist das bewusst. In der Literatur umstritten ist dabei noch die Frage, ob und wie man in der Vergangenheit die Zukunft ändern kann.

    Die verbliebenen Avengers tun sich mit den Newcomern Captain Marvel (mit neuer Frisur) und Ant-Man sowie dem Rest der Guardians zusammen. Da trifft es sich gut, dass Thanos' Endgegnerqualitäten seit der Nummer mit den Infinity-Steinen und dem halben Universum etwas gelitten zu haben scheinen. Eigentlich müssten die Superhelden jetzt nur noch in der Zeit zurückreisen und alles ungeschehen machen.

    Marvel-Veteranen

    Doch ganz so leicht machen es sich die Drehbuchautoren Christopher Markus und

    Stephen McFeely, die mit der Captain-America-Trilogie für die zentrale Geschichte dieses Universums verantwortlich zeichnen, dann doch nicht. Es ist ein bisschen komplizierter: In "Endgame" führen sie die zahlreichen Handlungsstränge der Infinity-Saga, die vor über zehn Jahren mit "Iron Main" begonnen hat, zusammen.

    Unter der Regie von Anthony und Joe Russo – auch sie verdiente Marvel-Veteranen – wird daraus ein manchmal mehr, manchmal weniger überzeugendes Finale. Bei "Endgame" nehmen sie sich vor allem am Anfang viel Zeit, so bringt es der Film auf eine Länge von gut drei Stunden. Dabei hätte ein bisschen Straffung – vor allem im ersten Akt – dem "Endgame" ganz gutgetan. Und am Schluss gehen Logik und leise Töne im Getümmel unter, wenn die Filmemacher zur finalen Schlacht alles aufbieten, was jemals das Marvel Cinematic Universe (MCU) belebte.

    Es wäre trotzdem genug Zeit geblieben, die menschliche Seite der Avengers zu würdigen. All die Jahre sind an unseren Superhelden nicht spurlos vorübergegangen. Während Stark sich dem Familienleben widmet, entdeckt Thor seinen inneren Lebowski und Burce Banner findet endlich zu sich selbst. Und auch Captain America kommt schließlich an einen Punkt, an dem er den Schild weitergeben kann. Ganz ohne Opfer geht das Endgame nicht über die Bühne.

    "Endgame" ist trotz seiner kleinen Schwächen ein würdiger Abschluss für diese dritte Phase des streng durchgetakteten Marvel Cinematic Universe. Zwar hat Produzent Kevin Feige erst kürzlich angekündigt, dass erst der nächste "Spider Man" den offiziellen Abschluss von Phase Drei bilden wird. Doch "Endgame" ist der emotionale Höhepunkt dieses Abschnitts und Thanos sein emotionales Zentrum. Für Phase IV liegt die Latte damit ziemlich hoch.


    "Avengers: Endgame" ist ab dem 24. April 2019 im Kino. Regie: Anthony und Joe Russo. Drehbuch: Christopher Markus und Stephen McFeely. Mit Robert Downey Jr., Chris Evans, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Mark Ruffalo, Brie Larson, Don Cheadle, Paul Rudd, Jeremy Renner u.a. (Sitzenbleiben lohnt sich nicht.